Server-Aufräumaktion

Eine Woche lang war ich nun mit der Neuorganisation der Server der FR Informationswissenschaft beschäftigt — wie üblich stellten unvorhergesehene Hard- und Softwareprobleme sowie die limitierten Mittel der Fachrichtung einige Anforderungen an die Improvisationsfähigkeiten. Falls der Debian-Installer jedesmal kurz vor der Festplatten-Erkennung abstürzt, dann kann es am Chipsatz des Intel-Mainboards liegen, welches irgendwie beim Lesen vom PATA DVD-ROM-Laufwerk durcheinanderkommt. Die simple Abhilfe, einfach stattdessen ein SATA DVD-ROM-Laufwerk dranzuklemmen, stand leider recht weit unten auf meiner “Was probiere ich als nächstes?”-Liste. Und natürlich hat man nur 80mm-Lüfter zur Hand, wenn die Einbauschächte alle auf 92 oder 100++mm ausgelegt sind.

Aber am Ende scheint alles soweit geklappt zu haben, alle Webserver und Fileserver sind nun unterteilt in einzelne virtuelle Maschinen via OpenVZ, kombiniert mit Backups und Fallback-Servern auf verschiedenen physischen Rechnern. Überall läuft nun auch ein aktuelles Debian Lenny 5.0 (neuerdings sogar schon mit fertigem OpenVZ-Kernel im Lenny-Repository), endlich ist auch der letzte Oldtimer von einer sehr betagten (und beunruhigenden) Debian Sarge-Installation befreit. Dank einer sehr praktischen Kombination aus RAID10 und LVM ist es nun auch möglich, komplette Snapshots von den einzelnen virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb zu ziehen.

Jetzt bin ich mal gespannt, wann die erste Festplatte ausfällt :-o

Erste Erfahrungen mit dem Google / T-Mobile G1

Vor ein paar Tagen bin nun auch ich auf den Smartphone-Zug aufgesprungen und habe mein Uralt-Handy in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Schon seit Jahren wollte ich das Ding loswerden, aber irgendwie fehlte dann immer die Motivation — oder die Ankündigung eines “bald” verfügbaren, noch besseren Handy ließ mich dann doch wieder zögern. Zuletzt hatte ich eigentlich ein iPhone oder ein OpenMoko im Auge, aber das iPhone war mir zu teuer und das OpenMoko zu unfertig und so bin ich nach dem Ableben meines alten Handys beim Google- / HTC- / T-Mobile-Kooperationsprodukt G1 gelandet.

g1Ich muss schon zugeben, für mich als Neueinsteiger in die Welt der Smartphones ist das G1 ein durchaus verblüffend vielseitiges Gerät. Seit einiger Zeit liebäugele ich auch mit der Anschaffung eines “Netbooks” (bspw. das NC-10 von Samsung), aber das habe ich jetzt erstmal wieder auf die lange Bank geschoben. Mit dem G1 hat man eigentlich schon ein Mini-Subnotebook in der Tasche, das zwar sicherlich nicht für Office-Anwendungen geeignet ist, aber zumindest mal den kleinen “Kommunikations-Hunger zwischendurch” stillen kann.

Beim G1 ist eine “always online“-Philosophie unverkennbar. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Man kann jederzeit und überall (WLAN- oder GPRS/UMTS-Verfügbarkeit vorausgesetzt) E-Mails, Tweets empfangen und schreiben oder im Web surfen (und Blog-Einträge schreiben), mit Google Chat oder Skype chatten, RSS-Feeds checken usw. Alternativ kann man sich auch mal “gerade so” während man an der Haltestelle auf den Bus wartet, per SSH in einen Server einloggen oder eben die Wettervorhersage der nächsten Tage für den aktuellen GPS-Standort abfragen. Aber das G1 hungert dadurch natürlich auch immer nach einer GPRS, UMTS oder WLAN-Netzanbindung. Insbesondere wenn man viel unterwegs ist und kein kostenfreies WLAN verfügbar hat, sollte man entweder die Datensynchronisierung in den G1-Einstellungen deaktivieren oder eine Datenflatrate buchen. Mein G1 zieht zur Zeit laut dem Android-Monitoring-Tool NetMeter im Schnitt etwa mindestens 15 MB pro Tag aus dem Netz, inklusive kurzer Surfsessions, ein paar Android-Market-Downloads und automatischer Twitter/Mail/Wetterupdates. Bei intensiven YouTube-Sessions dürfte das aber gleich ganz anders aussehen.

Die Stärke des G1 liegt ganz klar in der Integration mit den Google-Diensten wie Mail, Chat, Maps, YouTube oder Reader. Wer keine Bedenken hinsichtlich der Rolle Googles als “Datenkrake” hat und diese Dienste eh schon täglich nutzt, findet im G1 einen idealen Begleiter. Ohne Google-Account kann man das Handy nicht mal aktivieren. Aber wenn man diese Hürde genommen hat, ist es kein Problem, all die bekannten Google-Dienste zu nutzen, sofern man nur einen einzigen Account hat (und nicht beispielsweise getrennte private und geschäftliche Accounts). Vor allem eingefleischte Google-Nutzer werden daher an dem Gerät ihre Freude haben — man hat überall Zugriff auf die Kalender-Daten, auf den Google RSS-Reader, YouTube, auf alle Mails, Chats und Notizen, usw. — oftmals mit nur einem Klick. Auf Wunsch synchronisiert das Gerät ausgewählte Dienste/Daten automatisch, so dass man auch unterwegs über neue Mails auf dem Laufenden ist.

Einiges ist natürlich für die meisten Nutzer erstmal eine Spielerei. Wie oft braucht man schon eine GPS-Lokalisierung des aktuellen Standorts auf Google Maps? Für mich war das im Vorfeld sicherlich kein “kritisches” Must-Have, aber ich finde es jedesmal wieder faszinierend, mit einem “Touch” die Maps-Anwendung aufzurufen und meinen aktuellen Standort auf ein paar Meter genau blinken zu sehen oder mit dem Kompass die Himmelsrichtung zu bestimmen. Oder diverse Anwendungen aus dem Android Market herunterzuladen, um zu sehen, wieviele GPS-Satelliten gerade empfangbar sind. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie das G1 wohl auch exzellente Dienste als “Spielekonsole” für Geeks und Nerds leistet ;-) .

Die CPU-Performance des Gerätes kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten und Langzeit-Tests nicht qualifiziert beurteilen. YouTube-Videos laufen jedenfalls ruckelfreier als auf meinem betagten 700Mhz-Notebook ;-) . Auch die Installation vieler Applikationen aus dem Android Market haben noch keine spürbare Verlangsamung bewirkt. Anwendungen, die vom Nutzer aktuell nicht verwendet werden, müssen nicht klassisch manuell beendet oder geschlossen werden, sondern werden automatisch vom System beendet, sobald der Speicher für andere Anwendungen benötigt wird.
Die Ressourcenverwaltung des Gerätes unterscheidet sich auch deutlich von der aktuellen iPhone-Strategie: Anwendungen dürfen auch explizit dauerhaft im Hintergrund laufen, so sind beispielsweise auch Twitter-Anwendungen möglich, die kontinuierlich auf neue Tweets checken oder Systemlogs, die die Nutzung des Akkus oder der WLAN-/CPU-Auslastung protokollieren.

Software-Fehler oder -Abstürze habe ich erst wenige beobachtet und beschränkten sich auf ein kurzes “Diese Anwendung musste beendet werden” von Programmen aus dem Android Market — ein direkter Neustart der jeweiligen Applikation war aber kein Problem.

Ohne Zweifel hat das G1 und die Android-Software-Plattform noch viele Kinderkrankheiten, die bei der Benutzung insbesondere für unerfahrene Computer-Neulinge oder Google-Verweigerer wohl keine große Freude aufkommen lassen. Das Handy ist im Verhältnis beispielsweise zum iPhone schwerer und auch “klobiger” (wobei ich allerdings finde, dass es gerade beim Tippen auf der Tastatur exzellent in der Hand liegt), ganz sicher ist es auch nicht so “chic” wie das iPhone. An vielen Stellen würde man sich umfangreichere Software-Grundfunktionen wünschen, so beispielsweise ist die Lesezeichen-Verwaltung beim Browser nur sehr rudimentär (Aber man kann Opera installieren). Auch die Kontakte-Verwaltung ist etwas unübersichtlich.

Die Bedienung ist ebenso gewöhnungsbedürftig, bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis ich die Funktionsweise der Kontextmenus verstanden und verinnerlicht hatte. Auch hinsichtlich einiger anderer Usability-Details hoffe ich mal noch auf weitere Software-Updates in der Zukunft.

Auch vermisse ich noch eine vernünftige E-Book-Reader-Software. FBReaderJ ist zwar verfügbar, liest aber bisher nur wenige Text-Formate und bietet auch kein Autoscrolling. Auch PDF und Flash sind bisher noch No-Gos auf dem G1.

Im Grunde war es unter anderem auch die Software-Plattform, die bei mir den Ausschlag zum Kauf dieses “Early Adopters”-Modells gegeben haben. Die Möglichkeit, eigene Anwendungen zu entwickeln (wenn ich denn mal Zeit dazu habe) und auf die vielfältigen Anwendungen aus der Android-Community zugreifen zu können, macht das Gerät vor allem zu dem aktuellen Straßenpreis von etwa 340 Euro zumindest für mich sehr attraktiv. Das Android-SDK zur Entwicklung eigener Software für die Android-Plattform habe ich mir bereits heruntergeladen, aber aus Zeitgründen größere Experimente erstmal auf später vertagt.

Dass man von der “ausfahrbahren” Tastatur keine Wunderwerke erwarten darf, dürfte auf der Hand liegen. Ich finde sie durchaus ausreichend für gelegentliche SMS oder Twitter-Messages oder auch schon mal eine längere Mail oder Blog-Eintrag. Dass die Tastatur im Gegensatz zu einer OnScreen-Tastatur auch keinen kostbaren Bildschirmplatz wegnimmt, fand ich ebenfalls positiv, aber andere Nutzer haben da sicherlich andere Prioritäten (sprich: weniger Gewicht ist wichtiger). Eindeutig negativ ist aber in diesem Zusammenhang, dass in der aktuellen Software-Version nur wenige Anwendungen automatisch auf ein Drehen des Gerätes auch die Rotation des Bildschirms ändern. Erst das Ausklappen der Tastatur führt in allen Anwendungen wirklich zum Wechsel vom Portrait in den Landscape-Modus, selbst bei dem Bildbetrachter muss man erst über einen entsprechenden Menupunkt die Ausrichtung ändern.

Die eingebaute 3,2-Megapixel-Kamera erreicht mit Mühe die typische Handy-”Qualität”, immerhin bietet es Autofokus. Ohne eine gute Ausleuchtung des zu fotografierenden Objektes erntet man jedoch miserable Ergebnisse. Aber es reicht sicherlich für den gelegentlichen Schnappschuss oder (ganz wichtig) das Barcode-Scannen im Elektromarkt oder in der Bibliothek.

Der größte Nachteil des Geräts ist in meinen Augen aber der Akku. Sicherlich habe ich das Ding in den Tagen seit der Anschaffung sehr stark in Benutzung und mit GPS/WLAN/UMTS auch einige Stromfresser eifrig getestet. Aber dass man das Gerät dann jeden Abend leergesaugt an das Ladegerät hängen muss, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich noch einiges in der Akku-Technologie verbessern muss, um solche leistungsfähigen Smartphones alltagstauglicher zu machen. Auch bei Wochenendtrips sollte man also immer das Ladegerät oder zumindest ein USB-Kabel dabei haben. Immerhin ist der Akku austauschbar.

Es gäbe noch viel mehr zum G1 zu schreiben, aber nach 1300 Wörtern muss ich langsam ein Ende finden. Natürlich kann man mit dem G1 auch telefonieren ;-) und die Tonqualität ist durchaus gut. Man kann für alle Dienste unterschiedliche Klingeltöne definieren und auch selbst MP3-Klingeltöne auf das Gerät laden. Mitgeliefert ist eine 2GB SD-Karte, maximal kann man wohl eine 16GB-Karte nutzen (habe ich noch nicht getestet). Auf die Karte kann man aber nur Nutzerdaten wie Downloads, Bilder, Musik oder E-Books speichern, alle Anwendungen können nur auf dem G1-internen Speicher installiert werden (256 MB). Das klingt wenig, aber ich habe mittlerweile etwa 20 Applikationen aus dem Android Market installiert und nicht mal die Hälfte des Speichers genutzt. Bluetooth-Pairing funktioniert derzeit meines Wissens nach nur mit Headsets (hat mit meinem Plantronics M2500 tadellos funktioniert).

Fazit: Ich bereue die Anschaffung des G1 bisher nicht, allerdings bin ich auch eher ein “Early Adopter”, der gerne mal mit Hard- und Software herumspielt und über kleinere Mängel hinwegsehen kann. Mit dem iPhone kann es das Gerät meiner Meinung nach insbesondere in der Bedienerfreundlichkeit (noch) nicht aufnehmen und die Tastatur dürfte nicht für Jedermann eine Notwendigkeit sein, wenn das nächste Android-Update mit Touchscreen-Tastatur erhältlich ist. Das G1 würde ich zur Zeit in erster Linie für experimentierfreudige Google-Nutzer empfehlen, die auch gerne eine Tastatur an ihrem Handy möchten. In den nächsten Monaten wird Vodafone in Deutschland eine HTC Magic-Variante ohne “echte” Tastatur auf den Markt bringen. So oder so bin ich aber schon sehr gespannt, wie sich die Android-Plattform in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Umrechnungskurse per PHP / Yahoo Finance API

Eine schnell zusammengehackte Funktion, um aktuelle Währungskurse von Yahoo Finance zu ziehen. Details zu den URL-Parametern dort. Damit man deren Server nicht mit unnötigen Abfragen “hämmert”, nutzt dieses kleine Snippet den APC Cache, um die Werte für etwa drei Stunden zwischenzuspeichern. Damit file_get_contents() eine URL verarbeiten kann, müssen fopen wrappers in PHP freigegeben sein.

function getQuote($from, $to) {
    $url = 'http://finance.yahoo.com/d/quotes.csv?e=.csv&f=l1&s='. $from . $to .'=X';
   $key = 'cur_'.$from.'_'.$to;
   $ttl = 60*60*3; // 3 Stunden

   $curValue = apc_fetch($key);

  if ($curValue === false) {
     $curValue = trim(file_get_contents($url));
     apc_store ($key, $curValue, $ttl);
  }

  return $curValue;
}

echo '1 Euro = ' . getQuote('EUR', 'USD') .' USD<br/>';
echo '1 Euro = ' . getQuote('EUR', 'GBP') .' GBP<br/>';

Google Feedburner und MyBrand

Gestern habe ich meinen Feedburner-Account zu Google umgezogen. Google hatte sich den RSS-Feed-Hoster schon vor einiger Zeit einverleibt, aber bisher waren die Feedburner-Dienste noch nicht voll in das Google-Angebot integriert.

Der Umzug des Accounts in mein Google-Portfolio klappte auch wunderbar und innerhalb einer Minute über den Link, der im Feedburner-Account eingeblendet wurde. Ein Haken hatte die Sache nur: Die MyBrand-Server funktionierten nicht. Nach Änderung des CNAME auf meinaccount.feedproxy.ghs.google.com. machte das Ding noch Zicken: 404 Server Not Found. Na toll. Mehrmaliges Überprüfen der Nameserver-Einträge brachten auch keine Erkenntnis: Alles richtig geschrieben, wunderbar propagiert, die Fehlermeldung kam definitiv vom Google-Server, offenbar fehlte dort die entsprechende Subdomain.

Nach langem Herumprobieren dann die Lösung: Man muss den MyBrand-Dienst beim GoogleFeedburner-Account  deaktivieren (eventuell auch die eigenen eingetragenen Domain-Namen löschen) und dann erneut aktivieren. Offenbar legt Google die entsprechenden Subdomains beim Umzug des Feedburner-Accounts nicht automatisch an. Indem man aber den MyBrand-Dienst einmal deaktiviert und dann wieder aktiviert, werden auch die entsprechenden Feedproxy-Subdomains bei Google erzeugt.

Ein paar Minuten später funktionierte wieder alles. Die Anzahl der Subscriber ist zwar um ein Viertel geringer, aber laut Google soll das auf verbesserte Zählverfahren zurückzuführen sein.

US-Wahlumfragen für Statistik-Fans

In den letzten Wochen hat es eine neue Website auf meine morgendliche Liste der “Web-Pflichtlektüre” geschafft: www.fivethirtyeight.com ist ein Eldorado für Freunde der Statistik und US-Präsidentschaftswahl-Interessierte. Detailgenau werden auf jener Website die aktuellen Wahlumfragen amerikanischer Umfrageinstitute aufgelistet, analysiert und zur Basis neuer Vorhersage-Modelle verwendet.

Mit Verfahren, die auch bei der Analyse und Vorhersage von Sportwettbewerben verwendet werden, versuchen die Macher von fivethirtyeight.com den Ausgang der US-Wahl am 4. November baiserend auf den aktuellen Umfragewerten vorherzusagen. Dass dies angesichts der zahlreichen Bundesstaaten, dem indirekten Wahlsystem und unzähliger unvorhersehbarer zukünftiger Ereignisse und Einflüsse bei Wahlen allgemein nicht sonderlich einfach ist, sehen die Macher eher als Ansporn denn als Problem. Ergänzt wird das Angebot zudem noch durch aktuelle Berichte aus den Wahlkampfbüros in verschiedenen Wahlkreisen.

Kurz: Eine ideale Quelle, um über jede Nuance der aktuellen Stimmung im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen auf dem Laufenden zu bleiben und sich in endlose Zahlenreihen und Umfrageanalysen zu verlieren (und von der “richtigen” Arbeit abzulenken ;-) ). Gegenwärtig wird übrigens eine Gewinnwahrscheinlichkeit für Obama von 94,7% prognostiziert.

UTF-8 mit Eclipse/PDT

Ständig wollte Eclipse mit PDT unter Windows darauf bestehen, dass meine PHP-Quellcode-Dateien ein ISO-8859-1-Encoding haben. Stimmt aber nicht, sind alle UTF-8. Resultat: Massig kaputte Umlaute, zumindest unter Windows. Auch das Setzen von “UTF-8″ als default für meine Projekte half nix, ich hätte für jede einzelne Datei in Eclipse mit “Edit->Set Encoding” das Charset ändern müssen, obwohl es unter Linux wieder anstandslos klappte.

Aber dort findet sich die Lösung (man muss unter Preferences->General-Charsets das Encoding für PHP-Dateien ändern).

“Schnell mal ‘ne neue Festplatte einbauen…”

Seltsamerweise unterschätze ich gerne den Domino-Effekt, der traditionell mit vergleichsweise einfachen Systemänderungen einhergeht. Eigentlich wollte ich nur eine neue Systemfestplatte in meine Ubuntu-Kiste einbauen. 320GB Western Digital (PATA) mit 30.000 Betriebsstunden ‘raus, neue Samsung 1TB (SATA) rein. Ähnliche Prozeduren habe ich schon x-mal gemacht, sollte also nebenbei zu erledigen sein. Dennoch musste ich mit frei nach Murphy auch noch mit defekten CD-Rohlingen, streikenden Grafikkarten und kleinen Font-Größen in Xorg ‘rumschlagen.

Am Anfang lief’s auch durchaus flott. Direkt einen freien Slot im Gehäuse gefunden, auch sogar noch ein “gutes” AWG26-SATA-Kabel auf Vorrat. Eingebaut, angeschlossen, zur Kontrolle einen Reboot. Perfekt, “fdisk -l” erkennt die Platte. Seltsamerweise habe ich aber nun vertikale Linien in der XServer-Ausgabe und auch im Textmodus stimmt irgendwas mit der Grafik-Ausgabe nicht, mein Beamer will sich gar nicht mehr auf das Signal im Textmodus synchronisieren. Großartig, da hat wohl die Grafikkarte ein Hitzeproblem.

Jetzt aber erstmal die Festplatte fertig machen: Wieder ‘runterfahren und mit grml-CD booten. Mist, zu spät F8 gedrückt. Reboot^2. F8,F8,F8,F8,F8,F… USB-DVD-Laufwerk auswählen. Wow, grml erkennt sogar den nvidia-Netzwerkchip und macht DHCP.

Dann mit dd den kompletten Inhalt von der alten Platte auf die neue spiegeln: dd if=/dev/sda of=/dev/sdf  bs=1024k conv=notrunc,noerror — bloß nicht die Platten verwechslen. Per ssh auf der grml-Kiste eingeloggt und von Zeit zu Zeit ein kill -USR1 an den dd-Prozeß geschickt, um den Stand der Dinge abzufragen: Satte 50MB/s. Bei 320 GB heißt es also etwa 2 Stunden warten. Zeit zum Essen.

Gestärkt geht es zurück an den Patienten: Platte erfolgreich dupliziert, also Reboot. Immer noch Grafik-Probleme und System hängt nach “Kernel alive”. Keine Möglichkeit, andere Konsolen zu aktivieren, sshd ist natürlich auch tot. What nu? Richtiger Kernel-Crash war es wohl nicht, denn Ctrl-Alt-Delete führt zum Reboot. Auch diesmal eine lange Denkpause nach “Kernel alive”, aber plötzlich ist der XServer dann doch ganz normal gestartet. Blick in die Logs: Die Kiste hatte ausgerechnet beim letzten Bootvorgang wohl ein routinemäßiges e2fsck auf eine der anderen Festplatten gemacht, daher die lange Pause beim Booten. Und wegen der seltsamen Grafikprobleme bekam ich im Textmodus nix davon angezeigt. Grr.

Okay, nun heißt es noch Grub mitzuteilen, dass er zukünftig von der neuen Terabyte-Platte starten soll. Ehm, das musste man offenbar zumindest früher so machen. Jetzt stehen in /boot/grub/menu.lst vermehrt UUIDs, vielleicht muss man sich gar nich tmehr mit (hd0,0) & Co. herumschlagen. Fazit nach minutenlanger Grübelei: Beim Spiegeln mit dd wurde auch die UUID der Partitionen der alten Platte auf die neue kopiert, in grub ist also wohl gar keine Änderung nötig. Wieder ‘was gelernt.

Also erneut shutdown -h now und alte Platte endgültig abklemmen. Dann im BIOS neue SATA-Platte als Startplatte ausgewählt. Perfekt, Grub bootet Ubuntu bis auf die bekannten Grafikprobleme erolgreich von der neuen Platte. Logischerweise werden jetzt nur 300GB von den 960GB der neuen Festplatte genutzt, also müssen jetzt noch die Partitionen angepasst werden. Das geht natürlich nicht im laufenden Betrieb, denn es ist ja die Systemfestplatte.

Wieder Reboot  und eine Gelegenheit mal die neue Parted Magic-Live-CD zu testen. F8,F8,F8,F8,F… Erster Versuch: Geht nicht, Rohling kann nicht gelesen werden. Arrgh. Neuen Rohling suchen & brennen. Wäre ja nicht so schlimm, wenn PC und USB-Laufwerk nicht in getrennten Räumen stehen würden. Zweiter Versuch, mit neuem Verbatim-Rohling: F8,F8,F8,F8,F… Success. Parted Magic bootet. Doch Moment, die Schriftgröße im XServer ist ja winzig, da kann ich nix lesen. Wie ändert man die Font-Größe bei Xorg? Langes Herumprobieren, Ctrl-Alt-Backspace, Ctrl-Alt-+, Ctrl-Alt–, keine Änderung. Frust.

Also Parted Magic ‘raus, Knoppix ‘rein. F8,F8,F8,F8,(langsam würde es sich lohnen, die Default-Boot-Reihenfolge im BIOS zu ändern)…F8,F8,.. GParted aufgerufen und … wtf?! … Wie lautet das Passwort für root?? Bei Knoppix? Leeres Passwort wird nicht akzeptiert. Also gut, Konsole geöffnet, sudo -spasswd. Fein, jetzt kann ich auch GParted starten. Die letzte Partition auf der neuen Platte soll vergrößert werden, da die aber Teil einer erweiteren Partition ist, muss zuerst die “erweiterte Partition” auf maximale Größe erweitert werden und dann erst die eigentliche Partition selbst. Klappt wunderbar mit Gparted, das zuvor erforderliche e2fsck braucht aber wieder Zeit.

Einige Zeit später zurück am Bildschirm: Seltsam, GParted läuft nicht mehr. War wohl fertig. Kurze Kontrolle mit erneutem Aufruf von GParted: Jupp, sieht gut aus. Reboot.

Wieder zurück in Ubuntu: Check mit fdisk -l und df -h: Offenbar war doch etwas mit GParted schiefgelaufen: Die Partition hat zwar nun die korrekte Größe, aber das Dateisystem wurde nicht angepasst, die Partition ist vermeintlicherweise immer noch proppevoll. Seltsam, das macht GParted doch normalerweise auch? Also von Hand: umount, resize2fs: Ätsch, “run e2fsck first”. Damn. Wieder 20 Minuten warten. Dann endlich resize2fs /dev/sdf6 … und wir sind fertig. df -h meldet 600GB freien Speicherplatz. Welch schöner Anblick ;-) .

Und mir fällt ein, dass ich vor exakt 10 Jahren noch ‘ne Menge Geld für eine 1,2 GB-Festplatte ausgegeben hatte. Vermutlich werde ich in weiteren zehn Jahren beim Einbau meines neuen Zetabyte-Holospeicher auch nostalgisch an diese erste Terabyte-Platte denken ;-)

Nur die Grafikprobleme, die sind immer noch da. “Hübsche” vertikale Streifen im Bild. Aber das hebe ich mir für einen anderen Tag auf :)

Umstieg auf Ubuntu

Seit einigen Tagen habe ich auf meinem Bürorechner Ubuntu 7.10 im Dual-Boot mit Windows XP laufen und beginne nun damit, einen dauerhaften Wechsel zu der Linux-Distribution zu machen. Ich bin mal gespannt, wie weit ich damit komme :) . Standard-Anwendungen wie Firefox, OpenOffice, Gimp und Eclipse decken ja den Großteil des alltäglichen Bedarfs ab. LaTeX ist hier sowieso “zuhause”. Einen Webserver zum Testen hat man gleich auf der lokalen Maschine. “Lustig” wird es somit wohl erst werden, wenn die Spezialfälle auftauchen…

Ich bin alles andere als ein Newcomer zu Linux — auf Servern kommt mir schon seit Jahren nix anderes als Debian unter die Finger. Mein digitaler Videorecorder zu Hause läuft auch mit Debian (und VDR). Und Hardware wird immer unter dem Gesichtspunkt der Linux-Kompatibilität angeschafft. Aber auf dem Desktop war ich bisher noch sehr zurückhaltend, auch wenn ich regelmäßig seit SuSE4.4 in den späten 90ern immer mal wieder damit experimentierte. Gerade im Multimedia-Bereich (insb. Videoschnitt, -Editing) gibt es noch einige Lücken im Linux-Software-Portfolio und man hat sich ja an die Tools unter Windows gewöhnt. Zudem steht mir hier im Büro eigentlich auch ein umfangreiches Adobe-Softwarepaket zur Verfügung, der Verzicht fällt schon etwas schwerer. Und ausgerechnet heute kündigt MySQL das lang ersehnte “Workbench” als Beta an — aber erstmal nur für Windows. Grr. Argh. Naja, es gibt ja auch noch KVM/Xen.

Optisch macht Ubuntu/Gnome mittlerweile einen hervorragenden Eindruck und muss sich in Sachen “eye candy” sicherlich nicht mehr vor Vista oder OSX verstecken. Dank Compiz hat man herrlich viele graphische Spielereien auf dem Desktop zur Verfügung, die auch in einigen Fällen die Usability erhöhen. Außerdem hat man “wobbelige” Fenster! Was will man mehr!? ;-)

Ärger macht momentan vor allem noch der Ruhezustand/Standby. Keinerlei Fehler- oder Debug-Meldungen in den Logs, aber ein eingefrorener PC nach Aufruf des “Standby”-Modus … hrmpf. Den Rechner jeden Abend komplett herunterzufahren ist schon gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht bekomme ich das ja noch in den nächsten Tagen gebacken. Die Logitech USB-Webcam funktioniert auch nur mit einem eigenartigen Zoom-Modus, aber das Kapitel “Videokonferenz” habe ich eh noch gar nicht richtig angegangen…

SeeAlso in ViBI

Jakob Voss hat in seinem Blog ja kürzlich einen neuen Webservice des GBV vorgestellt: SeeAlso gibt nach Übergabe einer ISBN dynamische Links auf Wikipedia und Librarything zurück. Ich habe das testweise auch mal in das ViBI der Informationswissenschaft eingebaut und es funktioniert wunderbar einfach. Man hat als Admin wenig Arbeit (im Prinzip nur eine JavaScript-Datei einbinden), die große Last schultert dabei natürlich der GBV.

Ich habe mir mittlerweile auch mal eine so genannte “CueCat” aus den USA zugelegt — das ist im Grunde ein ganz einfacher Barcode-Scanner mit USB-Anschluss. Damit kann man den Barcode von Büchern einscannen und bekommt somit flugs die ISBN ohne jegliche Tipparbeit direkt in den PC. Zum Erfassen des kleinen privaten Buchbestandes ideal und kostet maximal $15. Und wenn man den Input der CueCat direkt an SeeAlso (oder ähnliche Dienste) füttert, bekommt man fix thematisch passende Wikipedia-Links auf den Bildschirm — ohne dass man die Tastatur berührt hat :) . Okay, das ist in erster Linie ein Spielzeug für Geeks, aber wenn man sich das mal in der praktischen Anwendung vorstellt: Man hält zukünftig einfach ein Buch (oder ein sonstiges Objekt) vor die Webcam des PCs und erhält dann automatisch weiterführende Links im Browser. Semapedia macht das ja im Grunde schon.

Die CueCat funktioniert natürlich auch mit DVDs. Oder mit dem Kühlschrankinhalt, … prinzipiell mit allem was einen EAN- oder UPC-Barcode hat.

phpbb3

Die neue Version der wohl populärsten Open-Source-Forensoftware ist mittlerweile derart lange in Entwicklung, dass sie schon als Duke Nukem Forever der Bulletin Boards bezeichnet wurde. Schon im Jahre 2004 wurde Version 3 (damals noch 2.2) von phpbb angekündigt und immerhin ist man seit Februar 2007 bei der fünften Beta angelangt. Getreu dem Motto “Es ist fertig, wenn es fertig ist” wird schon lange kein offizieller Veröffentlichungstermin mehr genannt. Ist ja auch verständlich — phpbb wird ausschließlich von Freiwilligen in deren Freizeit entwickelt, und nicht immer hat man die Zeit und Lust, um an solch einem Projekt zu coden. Und das “echte” Leben kommt gerne mal dazwischen. Wenn ich nur daran denke, wie lange ich jetzt schon an der neuen Version von MSCL.com herumschraube und durch wieviel Design- und Framework-Iterationen das Projekt in den letzten Jahren gegangen ist…

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte: Nach einem Servercrash zu Beginn des Monats (Beweis für die Existenz der “bathtub curve” bei RAID-Systemen) haben die phpbb.com-Admins nun gestern kurzerhand das offizielle phpbb-Supportforum auf die neue Beta-Version umgestellt. Inklusive des neuen Layouts. Und das ist mal eine Erwähnung wert. Schon das 2001er Layout für phpbb2 war seinerzeit eine gernkopierte Inspiration für andere Forensysteme und so war das erneut von Tom Beddard (subBlue) entwickelte Layout mit Spannung erwartet worden (okay, zumindest von mir ;-) ). Auffallend: Es dominieren “runde Ecken”, von denen ich ja auch zur Zeit ein großer “Fan” bin (und mich bei jedem Entwurf immer wieder ein wenig bremsen muss, damit die Abrundungen nicht Überhand nehmen). Teilweise fehlt mir ein wenig eine klarere Strukturierung, die ein oder andere Trennlinie würde vielleicht nicht schaden. Bemerkens- und lobenswert: No Tables, alles reines CSS. Einen kleinen Blick hinter die Kulissen bietet die gleichzeitig veröffentlichte Dokumentation der Entstehung des neuen Look&Feel. Tom Beddard hat meiner Meinung nach auch in seinem sonstigen Portfolio zahlreiche sehr ansprechende Designs.

Jetzt muss ich mir doch mal wieder überlegen, ob ich für das neue MSCL.com nun wirklich von phpbb2 zu SMF wechseln soll…