Archiv des Jahres 2006


Internationaler Amazon Preisvergleich

Sunday, 16. April, 2006

Gerade habe ich mal wieder mit den Amazon WebServices “herumgespielt” — bin jedesmal wieder begeistert wie schnell man mit REST-basierten WebServices und PHP5 zu einem Ergebnis kommt. Innerhalb von 10 Minuten hatte ich eine kleine quick&dirty Anwendung zusammengebaut, die mir für eine ASIN die Preise aller Amazon-Niederlassungen zusammensucht (inkl. Marketplace) und in Euro umrechnet. Dank SimpleXML in PHP5 bekommt “Rapid Development” wahrlich eine ganz neue Dimension ;-)
Da das aber so schnell ging, dachte ich mir beinahe schon, dass jemand anderes sowas schon entwickelt haben muss und tatsächlich: http://www.pricenoia.com tut genau das, was ich suche (und das auch viel besser :)
Amazon Marketplace hat sich in den letzten Monaten als nette Alternative zum Schnäppchen-Kauf von älteren DVDs, Büchern und CDs entwickelt. Der große Vorteil sind die einfache Bestellabwicklung (Bezahlung geht über Amazon Payment) und die festen Versandkosten (von Amazon vorgegeben). Während sich also bei ebay die Kunden gegenseitig überbieten (und dann öfters mit horrenden Versandkosten abgezockt werden), geht es bei Marketplace umgekehrt: Dort unterbieten sich die Anbieter, um an erster Stelle gelistet zu werden. Besonders bei DVDs, die älter als 2-3 Jahre sind, kann sich das Vergleichen mit ebay-Offerten lohnen.

Und wo wir gerade bei den Amazon WebServices sind: Deren neuer Dienst “S3” klingt interessant. Es ermöglicht das recht kostengünstige Speichern von beliebigen Daten auf deren Webservern, die dann über eine URI adressierbar sind. “Normale” Websites mit genügend Traffic-Reserven dürfte das kaum ansprechen, aber für stark frequentierte Websites (siehe “geheised” oder “slashdotted”) könnte das eine interessante Alternative sein, um statische Inhalte (vor allem fette Multimedia-Daten) auszulagern. Man zahlt auch nur das, was man wirklich braucht — also kein monatlicher Abo-Beitrag, sondern nur 16 Euro-Cent pro GB Traffic und 12 Euro-Cent pro GB genutztem Speicherplatz.

Serienplaner in Google Calendar

Thursday, 13. April, 2006

Der neue Google Kalender ist eine überraschend nützliche Angelegenheit. Ich bin immer mehr dazu verführt, meine Daten über Google zu verwalten. Meine E-Mails laufen schon über Gmail (allerdings habe ich noch ein imp/horde als backup), Google Map/Earth ist ein hübsches Spielzeug mit Mehrwert, Google Desktop Search ist tierisch praktisch. Aber das alles ist im Bezug auf den Datenschutz ein Spiel mit dem Feuer. Google Desktop indiziert meine Festplatte, meinen Suchverlauf und lagert die Index-Daten auf den Google Servern. Und wer weiss, wer theoretisch Zugriff auf meine E-Mails hätte. Aber es ist doch sooo praktisch, alles kostenlos über’s Web organisieren zu können. Vor allem für solche Webnomaden wie mich, die immer mal wieder an einem anderen Rechner arbeiten und jederzeit von überall Zugriff auf persönliche Daten/E-Mails haben wollen.

Nett ist die Import/Sharing-Funktion bei Google Calendar: Man kann nicht nur Kalender-Daten aus Outook et al. importieren, sondern auch Termine mit anderen Google Calendar Nutzern teilen. Wer beispielsweise die US-Ausstrahlungstermine von “Lost” in seinem Google Kalender sehen will, der füge dem Kalender einfach webcal://ical.mac.com/mcornill/lost.ics hinzu (Add Other Calendar / Public Calendar Address). Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Import-Funktion von myepisodes.com… sollte eigentlich nicht zu kompliziert sein, das von Google akzeptierte iCal Format ist ja offen und bekannt. Man muss also im Prinzip nur einen myepisodes RSS to iCal Parser schreiben.

Notfalls gibt es auch eine simple API namens Event Publisher. Einziges Problem hierbei: Man kann zwar Termine via einem Button auf einer Website zu seinem Kalender hinzufügen, aber es gibt dann keine Möglichkeit, über kurzfristige Terminänderungen informiert zu werden. Doch ich bin mir sicher, daran arbeiten die Google Leute bereits :)

Funkstrom

Friday, 17. March, 2006

So sieht’s derzeit unter meinem Büro-Schreibtisch aus:

IMG_2267.jpg

Die Putzfrau macht gottseidank mittlerweile einen großen Bogen darum ;-). Und nein, ich blicke da auch nicht mehr durch. Funkstrom wäre wirklich ‘was praktisches.

InfoWiss Alumni: 0% arbeitslos

Tuesday, 7. March, 2006

Über die letzten Wochen hat sich die Fachrichtung Informationswissenschaft in Saarbrücken bemüht, die Alumni der letzten Jahrgänge zu kontaktieren und deren beruflichen Werdegang in Erfahrung zu bringen. Aus Zeitgründen standen die Jahrgänge 1999 bis 2004 im Vordergrund, da dort noch am meisten Kontaktdaten vorlagen. Und es zeichnet sich ein erfreuliches Bild ab: Von 74 Absolventen konnten von 63 Personen der aktuelle Beschäftigungsstatus in Erfahrung gebracht werden. 62 haben derzeit einen Job, eine weitere Absolventin ist derzeit in Mutterschutz, wird aber demnächst in den Familienbetrieb ihres Mannes einsteigen. Und fast alle Absolventen haben eine Stelle gefunden, die eine große inhaltliche Nähe mit den Studiumsinhalten aufweisen: Seien es Jobs in IT-Unternehmen, Unternehmensberatungen, in den Medien-Branchen, aber auch in “traditionellen” Informations- und Dokumentationsbereichen.

Einen besseren “Beweis” für die „Gebrauchstauglichkeit“ der Saarbrücker informationswissenschaftlichen Ausbildung für die berufliche Praxis kann ich mir nur schwer vorstellen. Schade dass es im Wintersemester 2006/07 wohl keinen Nachwuchs mehr geben wird - die Nullquote ist vom Fakultätsrat beantragt und muss nun nur noch von den “Powers That Be” an der Saar-Uni offiziell bestätigt werden. Man hat nun immerhin eine Kommission eingesetzt, die möglichst “ergebnisoffen” die Möglichkeiten für einen zukünftigen Studiengang ausarbeiten soll. Darüberhinaus gilt eine W2-Vertretung der Professur (aber keine Neubesetzung) für mindestens zwei Semester als wahrscheinlich - ist aber auch noch nicht offiziell.

Eine genauere Aufschlüsselung der Berufsfelder findet sich hier.

Unfreiwillig(?) vielsagend platziert war übrigens ein Artikel in der “Welt kompakt” (Ausgabe Saarland) von Mitte Februar: Der Artikel über eine Schliessung des winzigen Fachs Informationswissenschaft war genau neben einen Artikel über den geplanten Erweiterungsbau des hiesigen Max-Planck-Instituts platziert worden. Alleine für den Architektenwettbewerb wurden 78.000 Euro (in Worten: achtundsiebzigtausend) ausgeschrieben.

Die Besoldung eines deutschen Professors beträgt als Jahresgrundgehalt bei 12 Monaten ohne Leistungsbezüge in der Besoldungsgruppe W 2 insgesamt 46.680 Euro p.a., in der Besoldungsgruppe W 3 insgesamt 56.683 Euro p.a. Der Besoldungsdurchschnitt mit Einbezug der Leistungsbezüge liegt an deutschen Hochschulen und Universitäten bei ca. 71.500 Euro.

(Quelle: Wikipedia)

Informationswissenschaft Saarbrücken vor dem Aus

Microsoft iPod Verpackung

Tuesday, 28. February, 2006

Ach, das Folgende hat gerade einen schneematsch-grauen Tag sehr aufgehellt…

What if microsoft redesigned the ipod packaging?.

Human Ear Professional Edition.

Das Ende der Informationswissenschaft

Thursday, 2. February, 2006

Soviel zum Thema “Vermittlung von Medienkompetenz”: Während derzeit alles gehypt und gefördert wird, was sich irgendwie auf “Informatik” reimt, will man in Saarbrücken durch die Hintertür eine erfolgreiche Fachrichtung dicht machen, die sich seit zwanzig Jahren intensiv mit der Beziehung zwischen Mensch und Medien(-technik) beschäftigt und auch mal über den Tellerrand der blinden Technikverehrung hinausschaut. Usability, Me­dien­pra­xis, Me­dien­öko­no­mie, In­for­ma­tions­qua­li­tät, Wissensmanagement, Information Retrieval, Fach­infor­ma­tion, me­dien­ad­äqua­te In­for­ma­tions­auf­be­rei­tung … all das sind Schlagwörter, die an der Universität des Saarlandes bald keine Rolle spielen mehr sollen. Wer braucht auch schon Informationswissenschaftler im Internetzeitalter? Man findet doch eh alles über Google.

Schöne neue Welt.