Lesetipps vom 2. Januar

Links vom 2. Januar :

  • Alpha 0.7 – Der Feind in dir – Kultur | SWR.de

    Gut gemachte SciFi-Überwachungs-Dystopie aus dem Schwabenland. Zwar verliert sich die Story gelegentlich ins Reisserisch-Überzogene, aber die grundlegende Message sieht man in dieser Form selten im TV. Ergänzt wird die Serie (zu sehen auch noch online in der ARD Mediathek) durch ein umfangreiches Multimedia-Angebot.

  • Neue ungarische Medienbehörde agiert sofort (Politik, International, NZZ Online)

    "Die Oppositionspartei MSZP fragte in einem offenen Brief an NMHH, ob die Behörde die von ihr veröffentlichte Übersetzung des Rap-Textes ins Ungarische selbst finanziert habe und ob die ungarische Textversion als «amtliche» Übersetzung zu betrachten sei. Sollte NMHH eine fremde Übersetzung veröffentlicht haben, würde dies urheberrechtliche Probleme aufwerfen, schrieb MSZP weiter."

  • Alzheimer’s Therapy Focuses on Care – NYTimes.com

    Sehr interessanter neuer Ansatz bei der Betreuung von Alzheimer-Patienten: "Dementia patients at Beatitudes are allowed practically anything that brings comfort, even an alcoholic “nip at night,” said Tena Alonzo, director of research. “Whatever your vice is, we’re your folks,” she said. "

  • Der iPhone-Wecker verpasst das neue Jahr – News Digital: Mobil – tagesanzeiger.ch

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Wecker-App die Programmierer vor derart große Probleme stellt ;-)

  • heise online – Was war. Was wird. Die Jahresanfang-Edition

    Die Nachricht vom Selbstmord des Anwalts von Gravenreuth hatte die meisten Abrufe in der Geschichte von heise online.

  • Anschnallen bitte! – einestages

    35 Jahre Gurtpflicht. Die Anzahl der Verkehrstoten pro Jahr sank von 22.000 in den 1970ern auf 4000 heute, obwohl deutlich mehr Fahrzeuge zugelassen sind.

  • FAQ / Impressum | hiwwe-wie-driwwe.de

    Ei gugge mol do, die Pälzer sin aach iwwerall :)

    "In Nordamerika gibt es noch eine Reihe von Sprachinseln, in denen eine “auslandspfälzische” (sprachwissenschaftlich: “pennsylvaniadeutsche”) Mundart gesprochen wird. Derzeit beherrschen noch rund 300.000 Amerikaner und einige Tausend Kanadier diesen Dialekt, der sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert durch Mischung verschiedener süddeutscher Mundarten und unter Einfluss des Englischen in Nordamerika entwickelt hat."

  • manager-magazin.de – CHF

    Der Schweizer Franken ist zum Jahresende auf 1,24 Euro gefallen (oder gestiegen? ;-) ). Im Sommer lag er noch bei 1,45 Euro.

  • SR-online: 2011 Horoskop

    Laut SR-Horoskop sollten die Wintersemester an allen Hochschulen dieses Jahr wohl besser ausfallen, bringt ja eh nix. "In der Zeit vom 30.8. – 25.12.2011 ist der Jupiter rückläufig.
    Wer in dieser Zeit mit einem neuen Studium anfängt, wird es entweder nicht beenden oder nie beruflich nutzen."

“Sinn machen” macht keinen Sinn

Vielleicht schlägt da etwas der ehemalige Deutsch-Leistungskursler in mir durch, aber Artikel zu den Feinheiten und Fallstricken der deutschen (und auch englischen) Sprache stossen bei mir eigentlich immer auf grosses Interesse. Dummerweise (und auch da gibt es eine Parallele zum Deutsch-Lk) bleibt immer nur wenig bei mir hängen — was langjährige Leser meiner diversen Weblogs wohl auch bestätigen können ;-) . Immerhin ist eine gewisser Lerneffekt durch konstante Wiederholung über die Jahre nicht abzustreiten und so bin ich beispielsweise mittlerweile vollständig von der Apostrophitis kuriert (stattdessen bluten nun auch mir die Augen, wenn ich lese, dass ein Café in der Altstadt von Chur “sonntag’s geöffnet” ist). Auch an der Ausrottung des Deppenleerzeichens arbeite ich hart. Doch auch weiterhin rutschen mir oftmals falsche Steigerungen wie “einzigste” und nicht nur für Sprachwissenschaftler alptraumhafte Eindeutschungen wie “nicht wirklich” durch die Finger.

Nun gibt es auch viele Sprachblogs und Websites, die sich mit der deutschen Sprache befassen, aber eine von mir immer wieder besonders gern gelesene Website ist “Belles Lettres – Deutsch für Dichter und Denker”. Dort widmet man sich zuweilen mit sehr viel Liebe zum Detail und immensem Aufwand den Besonderheiten unserer Muttersprache. Man schaue sich nur mal den Quellcode an, jeder Beitrag ist (manuell) mit unzähligen weichen Trennzeichen gespickt (­), so dass moderne Browser eine halbwegs vernünftige Silbentrennung durchführen können.

Ein Highlight auf “Belles Lettres” ist eine ausführliche Ergründung des Sprachphänomens “Sinn machen”, das sich als “false friend” in der deutschen Umgangssprache etabliert hat. Mir war schon länger bekannt, dass “Sinn machen” streng genommen eigentlich eine falsche deutsche Übersetzung aus dem Englischen ist, aber der genaue Ursprung war mir bisher nicht bekannt. Dies wird nun in dem Artikel auf Belles Lettres in beeindruckender Ausführlichkeit (mit Video-Tutorial!) nachgeliefert.

Bin mal gespannt, ob das im Hinterkopf hängen bleibt und ich in Zukunft weniger “Sinn mache” :)

In den Apfel gebissen

Die nigelnagelneue Versuchung ist silber, hat einen Alu-Unibody, ein mattes 15″ HD-Display und hört auf den Namen MacBook Pro.

Ist leider nicht meins, aber ich darf immerhin gelegentlich damit arbeiten. Das ist zugleich mein bisher längster Kontakt mit einem Mac, wenn man mal von den Gehversuchen mit einem G3 und OS 8/9/10 bei der Saarbrücker InfoWiss absieht. Der erste Instinkt ist natürlich erst mal staunende Begeisterung. Es ist ein weiter Weg gewesen von den schnöden beigen oder schwarzen PC-Kisten hin zu modernen Arbeitsgeräten, die richtige Design-Leckerbissen und auch bei der Nutzung ein haptisches Erlebnis sind.

Die Bedienung des MacBook und von OS X wird auch allen Lobeshymnen und dem hohen Preis gerecht. Zwar gibt es hie und da kleinere Gewöhnungsprobleme für Linux/Windows-Umsteiger, aber bei weitem keine Showstopper. Allerdings bin ich es auch gewohnt, mich auf verschiedenen Plattformen schnell zurecht zu finden — seit Jahren wechsele ich je nach Aufgabe zwischen diversen Linux-Derivaten und Windows-Versionen. Zudem hat man gerade bei den Linux-Desktops Gnome und KDE in den letzten Jahren zunehmend mehr Möglichkeiten, typische MacOS-Desktop-Eigenschaften und sonstige Funktionen zur einfacheren Bedienung nachzubilden. So sind beim Umstieg Linux nach Mac viele Dinge vertrauter als beim Umstieg von Windows zu Mac. Hie und da “hängt” man unter Mac OS etwas länger fest, zum Beispiel weil es keine Option im Kontextmenu zum Umbenennen einer Datei gibt. Als erprobter “Rechte-Maustaste-Klicker” muss man erst mal wieder andere Gewohnheiten antrainieren — in diesem Fall das einfache Klicken mit der linken Maustaste. Dabei geht’s unter Windows und Linux doch (auch) so. Duh! Nichts anderes als eine “Trainingsfrage” sind auch die ungewohnten Tastaturkombinationen mit den Apple/cmd-Tasten. Ich werde wohl noch einge Zeit ctrl+c statt cmd+c zum Kopieren drücken ;-) . Auch die zahlreichen Varianten mit der fn-Taste sind nette Gehirntrainingsübungen (beispielsweise fn+Backspace für eine PC-übliche Delete-Taste oder die fehlenden PgDown/PgUp). Zwanzig Jahre lang antrainierte Handgriffe kann man nicht über Nacht ablegen.

Ganz so robust wie oftmals gepriesen ist das MacOS aber wohl doch nicht — ich habe das MacBook auch schon nach kurzer Benutzung zum Absturz (oder zumindest zum Einfrieren) gebracht. Die Widgets waren wohl irgendwie schuld — ein Tastendruck auf F4 und plötzlich ging nix mehr. Leider kannte ich die Tastenkombination für einen Warmstart/KillProcess zu der Zeit noch nicht. Aber Kaltstart gibt es auch bei einem Mac ;-) .

Als Linuxer freut man sich natürlich vor allem über das Terminal, das einen Kommandozeilen-Zugriff auf viele Funktionen der Unix/BSD-Schicht unter der OSX-Haube bietet. Auch an Software läuft alles was man braucht — in den meisten Fällen ohne nochmal viel Geld auszugeben: OpenOffice, Eclipse, Inkscape, Gimp, VLC, FileZilla, Firefox — die vertrauten Open-Source-Produkte gibt’s auch für Mac. Und zur Not hat man eben BootCamp, Parallels oder VirtualBox und damit beliebige Betriebssysteme zur Hand. In das OS integrierte Gadgets wie die virtuelle Desktop-Erweiterung “Spaces” kennt man zwar schon (funktionsreicher) von Linux, aber sind dennoch willkommene Features, die in Windows noch nicht selbstverständlich sind.

Tippen auf dem MacBook ist eine besondere Freude: Die Tasten haben einen perfekten Druckpunkt und die je nach Raumhelligkeit variierende Tastaturbeleuchtung ist ein kleiner Gag mit grosser Wirkung. Ebenso ist das Multi-Touchpad eine gewitzte Usability-Errungenschaft: Zwei-Finger-Scrollen, Drei-Finger- und Vier-Finger-Window-Management gehen innerhalb kürzester Zeit in Fleisch und Blut über, ganz zu schweigen von den intuitiven Möglichkeiten zum Rotieren und Vergrössern in Bildbetrachtungsprogrammen.

Das HD-Display ist ohne jegliche Macken, grossartiger Einblickswinkel, hohe Auflösung und in der Matt-Version auch ohne irritierende Schminkspiegel-Funktion.

Einzige Wehmutstropfen an diesem Gerät sind die wenigen USB-Anschlüsse (selbst mein Billig-11″-Netbook hat mehr) und der Apple-Sonderweg beim Display-Anschluss, der weiteren Zubehör-Kauf in den meisten Fällen unvermeidlich macht. Dabei wäre sicherlich genügend Platz für einen Standard-HDMI-Anschluss. Immerhin gibt es auch weiterhin die Standard-3.5mm-Klinke-Audioausgänge, die bei den 13″-Macs wohl allmählich durch eine Kombibuchse ersetzt werden.

Die Chancen, dass mein nächstes Notebook auch ein Produkt aus dem Hause Apple wird, sind nun also deutlich gestiegen. Insgesamt überzeugt die Apple-Philosophie des “einfach loslegen” und “alles aus einem Guss”, so dass man sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann. Ein iPad durfte ich auch schon als (zur Zeit noch weitesgehend sinnloses, aber sicherlich vielversprechendes) Spielzeug kennenlernen. Aber da nun ja ein MacBook verfügbar ist, steht auch der App-Entwicklung für dieses Apple-Tablet nichts mehr im Wege. Mein Handy wird aber wohl weiterhin ein Android-Modell bleiben.

Den Verlockungen der “süssen Frucht” kann somit auch ich kaum widerstehen. Ähnliche “Gewissenskonflikte” kann man auch bei Jojo aka Johannes Kretschmar bestaunen.

Nächste Station auf der Welttournee

Holla die Waldfee! Ein neuer Eintrag im Blog nach über einem Jahr “Kreativ-Pause”! Die zahlreichen freundlichen Sticheleien der letzten Monate haben letztlich also wirklich etwas bewirkt, ich habe mein Passwort wieder herausgekramt und den Staub vom WordPress-Admin-Interface entfernt.

Aber da ich zur Zeit mal wieder auf “Heimaturlaub” weile, habe ich auch ein wenig Zeit für das zuletzt sträflich vernachlässigte Weblog. Dabei hätte es in den vergangenen Monaten einiges zu berichten gegeben, so hat sich mein täglicher Weg zur Arbeit gravierend verändert. Nicht nur, dass er knapp 500 Kilometer weiter südöstlich (und außerhalb der EU ;-) ) liegt, auch die Landschaft ist um einige Attraktionen reichhaltiger.

Chur

Bei solch einer fantastischen Umgebung macht selbst der zwanzigminütige Fussweg von und zum Arbeitsplatz auch bei Regen deutlich mehr Spass. Jener Arbeitsplatz liegt beim Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft an der HTW Chur, im Herzen des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Das brachte auch einen Umzug aus Frankreich in die Schweiz mit sich, ich bin also quasi weiterhin Ausländer. Auf Anhieb erkennt man auch diverse Gemeinsamkeiten zwischen beiden Staaten: Das Bankensystem ist verwirrend und seltsam (Roter Einzahlungsschein vs. rosa-roter Einzahlungsschein) und die Sprache verstehe ich auch wieder nur mit einiger Anstrengung :) . Aber beides lernt man relativ schnell. Hoffe ich :) .

Dazu gibt es interessante Traditionen wie die Volkssportart “Schwingen” und die Kneipen heissen “Beiz”. Ausserdem fehlt auf den Tastaturen das “Scharfe s” und das @-Zeichen liegt irritierenderweise nicht auf der “Q”-Taste.

Aber somit habe ich nun endlich einen Anreiz, mal wieder mehr zu bloggen. Wenn ich denn die Zeit finde :)

Server-Aufräumaktion

Eine Woche lang war ich nun mit der Neuorganisation der Server der FR Informationswissenschaft beschäftigt — wie üblich stellten unvorhergesehene Hard- und Softwareprobleme sowie die limitierten Mittel der Fachrichtung einige Anforderungen an die Improvisationsfähigkeiten. Falls der Debian-Installer jedesmal kurz vor der Festplatten-Erkennung abstürzt, dann kann es am Chipsatz des Intel-Mainboards liegen, welches irgendwie beim Lesen vom PATA DVD-ROM-Laufwerk durcheinanderkommt. Die simple Abhilfe, einfach stattdessen ein SATA DVD-ROM-Laufwerk dranzuklemmen, stand leider recht weit unten auf meiner “Was probiere ich als nächstes?”-Liste. Und natürlich hat man nur 80mm-Lüfter zur Hand, wenn die Einbauschächte alle auf 92 oder 100++mm ausgelegt sind.

Aber am Ende scheint alles soweit geklappt zu haben, alle Webserver und Fileserver sind nun unterteilt in einzelne virtuelle Maschinen via OpenVZ, kombiniert mit Backups und Fallback-Servern auf verschiedenen physischen Rechnern. Überall läuft nun auch ein aktuelles Debian Lenny 5.0 (neuerdings sogar schon mit fertigem OpenVZ-Kernel im Lenny-Repository), endlich ist auch der letzte Oldtimer von einer sehr betagten (und beunruhigenden) Debian Sarge-Installation befreit. Dank einer sehr praktischen Kombination aus RAID10 und LVM ist es nun auch möglich, komplette Snapshots von den einzelnen virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb zu ziehen.

Jetzt bin ich mal gespannt, wann die erste Festplatte ausfällt :-o

Erste Erfahrungen mit dem Google / T-Mobile G1

Vor ein paar Tagen bin nun auch ich auf den Smartphone-Zug aufgesprungen und habe mein Uralt-Handy in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Schon seit Jahren wollte ich das Ding loswerden, aber irgendwie fehlte dann immer die Motivation — oder die Ankündigung eines “bald” verfügbaren, noch besseren Handy ließ mich dann doch wieder zögern. Zuletzt hatte ich eigentlich ein iPhone oder ein OpenMoko im Auge, aber das iPhone war mir zu teuer und das OpenMoko zu unfertig und so bin ich nach dem Ableben meines alten Handys beim Google- / HTC- / T-Mobile-Kooperationsprodukt G1 gelandet.

g1Ich muss schon zugeben, für mich als Neueinsteiger in die Welt der Smartphones ist das G1 ein durchaus verblüffend vielseitiges Gerät. Seit einiger Zeit liebäugele ich auch mit der Anschaffung eines “Netbooks” (bspw. das NC-10 von Samsung), aber das habe ich jetzt erstmal wieder auf die lange Bank geschoben. Mit dem G1 hat man eigentlich schon ein Mini-Subnotebook in der Tasche, das zwar sicherlich nicht für Office-Anwendungen geeignet ist, aber zumindest mal den kleinen “Kommunikations-Hunger zwischendurch” stillen kann.

Beim G1 ist eine “always online“-Philosophie unverkennbar. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Man kann jederzeit und überall (WLAN- oder GPRS/UMTS-Verfügbarkeit vorausgesetzt) E-Mails, Tweets empfangen und schreiben oder im Web surfen (und Blog-Einträge schreiben), mit Google Chat oder Skype chatten, RSS-Feeds checken usw. Alternativ kann man sich auch mal “gerade so” während man an der Haltestelle auf den Bus wartet, per SSH in einen Server einloggen oder eben die Wettervorhersage der nächsten Tage für den aktuellen GPS-Standort abfragen. Aber das G1 hungert dadurch natürlich auch immer nach einer GPRS, UMTS oder WLAN-Netzanbindung. Insbesondere wenn man viel unterwegs ist und kein kostenfreies WLAN verfügbar hat, sollte man entweder die Datensynchronisierung in den G1-Einstellungen deaktivieren oder eine Datenflatrate buchen. Mein G1 zieht zur Zeit laut dem Android-Monitoring-Tool NetMeter im Schnitt etwa mindestens 15 MB pro Tag aus dem Netz, inklusive kurzer Surfsessions, ein paar Android-Market-Downloads und automatischer Twitter/Mail/Wetterupdates. Bei intensiven YouTube-Sessions dürfte das aber gleich ganz anders aussehen.

Die Stärke des G1 liegt ganz klar in der Integration mit den Google-Diensten wie Mail, Chat, Maps, YouTube oder Reader. Wer keine Bedenken hinsichtlich der Rolle Googles als “Datenkrake” hat und diese Dienste eh schon täglich nutzt, findet im G1 einen idealen Begleiter. Ohne Google-Account kann man das Handy nicht mal aktivieren. Aber wenn man diese Hürde genommen hat, ist es kein Problem, all die bekannten Google-Dienste zu nutzen, sofern man nur einen einzigen Account hat (und nicht beispielsweise getrennte private und geschäftliche Accounts). Vor allem eingefleischte Google-Nutzer werden daher an dem Gerät ihre Freude haben — man hat überall Zugriff auf die Kalender-Daten, auf den Google RSS-Reader, YouTube, auf alle Mails, Chats und Notizen, usw. — oftmals mit nur einem Klick. Auf Wunsch synchronisiert das Gerät ausgewählte Dienste/Daten automatisch, so dass man auch unterwegs über neue Mails auf dem Laufenden ist.

Einiges ist natürlich für die meisten Nutzer erstmal eine Spielerei. Wie oft braucht man schon eine GPS-Lokalisierung des aktuellen Standorts auf Google Maps? Für mich war das im Vorfeld sicherlich kein “kritisches” Must-Have, aber ich finde es jedesmal wieder faszinierend, mit einem “Touch” die Maps-Anwendung aufzurufen und meinen aktuellen Standort auf ein paar Meter genau blinken zu sehen oder mit dem Kompass die Himmelsrichtung zu bestimmen. Oder diverse Anwendungen aus dem Android Market herunterzuladen, um zu sehen, wieviele GPS-Satelliten gerade empfangbar sind. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie das G1 wohl auch exzellente Dienste als “Spielekonsole” für Geeks und Nerds leistet ;-) .

Die CPU-Performance des Gerätes kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten und Langzeit-Tests nicht qualifiziert beurteilen. YouTube-Videos laufen jedenfalls ruckelfreier als auf meinem betagten 700Mhz-Notebook ;-) . Auch die Installation vieler Applikationen aus dem Android Market haben noch keine spürbare Verlangsamung bewirkt. Anwendungen, die vom Nutzer aktuell nicht verwendet werden, müssen nicht klassisch manuell beendet oder geschlossen werden, sondern werden automatisch vom System beendet, sobald der Speicher für andere Anwendungen benötigt wird.
Die Ressourcenverwaltung des Gerätes unterscheidet sich auch deutlich von der aktuellen iPhone-Strategie: Anwendungen dürfen auch explizit dauerhaft im Hintergrund laufen, so sind beispielsweise auch Twitter-Anwendungen möglich, die kontinuierlich auf neue Tweets checken oder Systemlogs, die die Nutzung des Akkus oder der WLAN-/CPU-Auslastung protokollieren.

Software-Fehler oder -Abstürze habe ich erst wenige beobachtet und beschränkten sich auf ein kurzes “Diese Anwendung musste beendet werden” von Programmen aus dem Android Market — ein direkter Neustart der jeweiligen Applikation war aber kein Problem.

Ohne Zweifel hat das G1 und die Android-Software-Plattform noch viele Kinderkrankheiten, die bei der Benutzung insbesondere für unerfahrene Computer-Neulinge oder Google-Verweigerer wohl keine große Freude aufkommen lassen. Das Handy ist im Verhältnis beispielsweise zum iPhone schwerer und auch “klobiger” (wobei ich allerdings finde, dass es gerade beim Tippen auf der Tastatur exzellent in der Hand liegt), ganz sicher ist es auch nicht so “chic” wie das iPhone. An vielen Stellen würde man sich umfangreichere Software-Grundfunktionen wünschen, so beispielsweise ist die Lesezeichen-Verwaltung beim Browser nur sehr rudimentär (Aber man kann Opera installieren). Auch die Kontakte-Verwaltung ist etwas unübersichtlich.

Die Bedienung ist ebenso gewöhnungsbedürftig, bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis ich die Funktionsweise der Kontextmenus verstanden und verinnerlicht hatte. Auch hinsichtlich einiger anderer Usability-Details hoffe ich mal noch auf weitere Software-Updates in der Zukunft.

Auch vermisse ich noch eine vernünftige E-Book-Reader-Software. FBReaderJ ist zwar verfügbar, liest aber bisher nur wenige Text-Formate und bietet auch kein Autoscrolling. Auch PDF und Flash sind bisher noch No-Gos auf dem G1.

Im Grunde war es unter anderem auch die Software-Plattform, die bei mir den Ausschlag zum Kauf dieses “Early Adopters”-Modells gegeben haben. Die Möglichkeit, eigene Anwendungen zu entwickeln (wenn ich denn mal Zeit dazu habe) und auf die vielfältigen Anwendungen aus der Android-Community zugreifen zu können, macht das Gerät vor allem zu dem aktuellen Straßenpreis von etwa 340 Euro zumindest für mich sehr attraktiv. Das Android-SDK zur Entwicklung eigener Software für die Android-Plattform habe ich mir bereits heruntergeladen, aber aus Zeitgründen größere Experimente erstmal auf später vertagt.

Dass man von der “ausfahrbahren” Tastatur keine Wunderwerke erwarten darf, dürfte auf der Hand liegen. Ich finde sie durchaus ausreichend für gelegentliche SMS oder Twitter-Messages oder auch schon mal eine längere Mail oder Blog-Eintrag. Dass die Tastatur im Gegensatz zu einer OnScreen-Tastatur auch keinen kostbaren Bildschirmplatz wegnimmt, fand ich ebenfalls positiv, aber andere Nutzer haben da sicherlich andere Prioritäten (sprich: weniger Gewicht ist wichtiger). Eindeutig negativ ist aber in diesem Zusammenhang, dass in der aktuellen Software-Version nur wenige Anwendungen automatisch auf ein Drehen des Gerätes auch die Rotation des Bildschirms ändern. Erst das Ausklappen der Tastatur führt in allen Anwendungen wirklich zum Wechsel vom Portrait in den Landscape-Modus, selbst bei dem Bildbetrachter muss man erst über einen entsprechenden Menupunkt die Ausrichtung ändern.

Die eingebaute 3,2-Megapixel-Kamera erreicht mit Mühe die typische Handy-”Qualität”, immerhin bietet es Autofokus. Ohne eine gute Ausleuchtung des zu fotografierenden Objektes erntet man jedoch miserable Ergebnisse. Aber es reicht sicherlich für den gelegentlichen Schnappschuss oder (ganz wichtig) das Barcode-Scannen im Elektromarkt oder in der Bibliothek.

Der größte Nachteil des Geräts ist in meinen Augen aber der Akku. Sicherlich habe ich das Ding in den Tagen seit der Anschaffung sehr stark in Benutzung und mit GPS/WLAN/UMTS auch einige Stromfresser eifrig getestet. Aber dass man das Gerät dann jeden Abend leergesaugt an das Ladegerät hängen muss, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich noch einiges in der Akku-Technologie verbessern muss, um solche leistungsfähigen Smartphones alltagstauglicher zu machen. Auch bei Wochenendtrips sollte man also immer das Ladegerät oder zumindest ein USB-Kabel dabei haben. Immerhin ist der Akku austauschbar.

Es gäbe noch viel mehr zum G1 zu schreiben, aber nach 1300 Wörtern muss ich langsam ein Ende finden. Natürlich kann man mit dem G1 auch telefonieren ;-) und die Tonqualität ist durchaus gut. Man kann für alle Dienste unterschiedliche Klingeltöne definieren und auch selbst MP3-Klingeltöne auf das Gerät laden. Mitgeliefert ist eine 2GB SD-Karte, maximal kann man wohl eine 16GB-Karte nutzen (habe ich noch nicht getestet). Auf die Karte kann man aber nur Nutzerdaten wie Downloads, Bilder, Musik oder E-Books speichern, alle Anwendungen können nur auf dem G1-internen Speicher installiert werden (256 MB). Das klingt wenig, aber ich habe mittlerweile etwa 20 Applikationen aus dem Android Market installiert und nicht mal die Hälfte des Speichers genutzt. Bluetooth-Pairing funktioniert derzeit meines Wissens nach nur mit Headsets (hat mit meinem Plantronics M2500 tadellos funktioniert).

Fazit: Ich bereue die Anschaffung des G1 bisher nicht, allerdings bin ich auch eher ein “Early Adopter”, der gerne mal mit Hard- und Software herumspielt und über kleinere Mängel hinwegsehen kann. Mit dem iPhone kann es das Gerät meiner Meinung nach insbesondere in der Bedienerfreundlichkeit (noch) nicht aufnehmen und die Tastatur dürfte nicht für Jedermann eine Notwendigkeit sein, wenn das nächste Android-Update mit Touchscreen-Tastatur erhältlich ist. Das G1 würde ich zur Zeit in erster Linie für experimentierfreudige Google-Nutzer empfehlen, die auch gerne eine Tastatur an ihrem Handy möchten. In den nächsten Monaten wird Vodafone in Deutschland eine HTC Magic-Variante ohne “echte” Tastatur auf den Markt bringen. So oder so bin ich aber schon sehr gespannt, wie sich die Android-Plattform in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Umrechnungskurse per PHP / Yahoo Finance API

Eine schnell zusammengehackte Funktion, um aktuelle Währungskurse von Yahoo Finance zu ziehen. Details zu den URL-Parametern dort. Damit man deren Server nicht mit unnötigen Abfragen “hämmert”, nutzt dieses kleine Snippet den APC Cache, um die Werte für etwa drei Stunden zwischenzuspeichern. Damit file_get_contents() eine URL verarbeiten kann, müssen fopen wrappers in PHP freigegeben sein.

function getQuote($from, $to) {
    $url = 'http://finance.yahoo.com/d/quotes.csv?e=.csv&f=l1&s='. $from . $to .'=X';
   $key = 'cur_'.$from.'_'.$to;
   $ttl = 60*60*3; // 3 Stunden

   $curValue = apc_fetch($key);

  if ($curValue === false) {
     $curValue = trim(file_get_contents($url));
     apc_store ($key, $curValue, $ttl);
  }

  return $curValue;
}

echo '1 Euro = ' . getQuote('EUR', 'USD') .' USD<br/>';
echo '1 Euro = ' . getQuote('EUR', 'GBP') .' GBP<br/>';

Google Feedburner und MyBrand

Gestern habe ich meinen Feedburner-Account zu Google umgezogen. Google hatte sich den RSS-Feed-Hoster schon vor einiger Zeit einverleibt, aber bisher waren die Feedburner-Dienste noch nicht voll in das Google-Angebot integriert.

Der Umzug des Accounts in mein Google-Portfolio klappte auch wunderbar und innerhalb einer Minute über den Link, der im Feedburner-Account eingeblendet wurde. Ein Haken hatte die Sache nur: Die MyBrand-Server funktionierten nicht. Nach Änderung des CNAME auf meinaccount.feedproxy.ghs.google.com. machte das Ding noch Zicken: 404 Server Not Found. Na toll. Mehrmaliges Überprüfen der Nameserver-Einträge brachten auch keine Erkenntnis: Alles richtig geschrieben, wunderbar propagiert, die Fehlermeldung kam definitiv vom Google-Server, offenbar fehlte dort die entsprechende Subdomain.

Nach langem Herumprobieren dann die Lösung: Man muss den MyBrand-Dienst beim GoogleFeedburner-Account  deaktivieren (eventuell auch die eigenen eingetragenen Domain-Namen löschen) und dann erneut aktivieren. Offenbar legt Google die entsprechenden Subdomains beim Umzug des Feedburner-Accounts nicht automatisch an. Indem man aber den MyBrand-Dienst einmal deaktiviert und dann wieder aktiviert, werden auch die entsprechenden Feedproxy-Subdomains bei Google erzeugt.

Ein paar Minuten später funktionierte wieder alles. Die Anzahl der Subscriber ist zwar um ein Viertel geringer, aber laut Google soll das auf verbesserte Zählverfahren zurückzuführen sein.

US-Wahlumfragen für Statistik-Fans

In den letzten Wochen hat es eine neue Website auf meine morgendliche Liste der “Web-Pflichtlektüre” geschafft: www.fivethirtyeight.com ist ein Eldorado für Freunde der Statistik und US-Präsidentschaftswahl-Interessierte. Detailgenau werden auf jener Website die aktuellen Wahlumfragen amerikanischer Umfrageinstitute aufgelistet, analysiert und zur Basis neuer Vorhersage-Modelle verwendet.

Mit Verfahren, die auch bei der Analyse und Vorhersage von Sportwettbewerben verwendet werden, versuchen die Macher von fivethirtyeight.com den Ausgang der US-Wahl am 4. November baiserend auf den aktuellen Umfragewerten vorherzusagen. Dass dies angesichts der zahlreichen Bundesstaaten, dem indirekten Wahlsystem und unzähliger unvorhersehbarer zukünftiger Ereignisse und Einflüsse bei Wahlen allgemein nicht sonderlich einfach ist, sehen die Macher eher als Ansporn denn als Problem. Ergänzt wird das Angebot zudem noch durch aktuelle Berichte aus den Wahlkampfbüros in verschiedenen Wahlkreisen.

Kurz: Eine ideale Quelle, um über jede Nuance der aktuellen Stimmung im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen auf dem Laufenden zu bleiben und sich in endlose Zahlenreihen und Umfrageanalysen zu verlieren (und von der “richtigen” Arbeit abzulenken ;-) ). Gegenwärtig wird übrigens eine Gewinnwahrscheinlichkeit für Obama von 94,7% prognostiziert.

UTF-8 mit Eclipse/PDT

Ständig wollte Eclipse mit PDT unter Windows darauf bestehen, dass meine PHP-Quellcode-Dateien ein ISO-8859-1-Encoding haben. Stimmt aber nicht, sind alle UTF-8. Resultat: Massig kaputte Umlaute, zumindest unter Windows. Auch das Setzen von “UTF-8″ als default für meine Projekte half nix, ich hätte für jede einzelne Datei in Eclipse mit “Edit->Set Encoding” das Charset ändern müssen, obwohl es unter Linux wieder anstandslos klappte.

Aber dort findet sich die Lösung (man muss unter Preferences->General-Charsets das Encoding für PHP-Dateien ändern).